| Die Eucharistische Anbetung |
| Die große Bedeutung der eucharistischen Anbetung
– Ehre sei Gott und Frieden den Menschen seiner Gnade! |
Gemäß den Wünschen
der Päpste Johannes Paul II und unseres Papstes Benedikt XVI, sowie
aller Bischöfe bei der Schlusssynode zum Jahr der Eucharistie ist
es Schwerpunkt unserer Pastoral die Gläubigen unserer Pfarrei zur
eucharistischen Anbetung einzuladen und zu befähigen. Seit einigen Jahren besteht Tag und Nacht die Möglichkeit zur eucharistischen Anbetung. Tagsüber ist die Anbetungskapelle immer offen, nachts wird auf Klopfen geöffnet. Es wäre schön, wenn noch mehr bei der ständigen Anbetung mitmachen würden. Nähere Infos 0 99 31 - 24 59 |
| Nachfolgend einige theologische und praktische Hinweise: |
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I. Die Eucharistie baut
die Kirche auf
Der Papst zitiert den hl. Paulus; er entnimmt den Kapiteln 10 und 11 des ersten Korintherbriefes die Worte: „Ist der Kelch des Segens, über den wir den Segen sprechen, nicht Teilhabe am Blut Christi? Ist das Brot, das wir brechen, nicht Teilhabe am Leib Christi? Ein Brot ist es. Darum sind wir viele ein Leib; denn wir alle haben teil an dem einen Brot.“ Die Teilhabe am Blut und Leib des auferstandenen Herrn baut nicht nur die vertikale Gemeinschaft mit dem auferstandenen Herrn auf; sie baut gewissermaßen auch die Gemeinschaft zwischen allen auf, die mit dem Herrn in Verbindung stehen. Die vertikale Gemeinschaft baut die horizontale Gemeinschaft auf, während die horizontale Gemeinschaft die Epiphanie der vertikalen Gemeinschaft ist. |
Die Gemeinschaft mit Christus im Sakrament wird notwendigerweise auch zur Gemeinschaft mit allen, die es empfangen. So öffnet sich das Ich des Menschen, und es entsteht ein neues Wir. Auf diese Weise baut die Eucharistie die Kirche auf. Denn die Kirche ist der Leib des Herrn, hervorgebracht aus dem Leib und Blut Christi als Haupt der Menschheit und Herr der Geschichte, der sein Fleisch als Speise „für das Leben der Welt hingegeben hat“ (Joh 6,51). In der johanneischen Überlieferung finden wir Sichtweisen, die den paulinischen Gedanken, auf den wir hier Bezug nehmen, erklären. Als der Hohepriester Kajaphas vorschlägt, „dass es besser für euch ist, wenn ein einziger Mensch für das Volk stirbt, als wenn das ganze Volk zugrunde geht“ (Joh 11,50), legt der Evangelist diesen Rat folgendermaßen aus: „Aber Jesus sollte nicht nur für sein Volk sterben, sondern auch, um die versprengten Kinder Gottes wieder zu sammeln“ (11,52). Klarer ließe sich die Absicht des Ostergeheimnisses wohl kaum formulieren. Deshalb betete Jesus, als die Stunde gekommen war, in der er die Welt wieder verlassen und zum Vater zurückkehren sollte, dass »alle eins sein sollen, wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin« (17,21). Wenn wir durch die Gemeinschaft eine solche Einheit, ja alle ein einziger Leib, nämlich der Leib Christi, und somit Glieder sind - jeder einzelne ein Glied von ihm und von den anderen -, wie sollen wir uns da verhalten? Wir sollen einander lieben. Einen anderen Weg gibt es nicht. Dazu ein treffendes Wort von Augustinus: „Da es nur ein Brot gibt, sind wir, obgleich viele, ein einziger Leib. Und in diesem Brot wird euch nahelegt, dass ihr die Einheit lieben sollt. Denn bestand jenes Brot etwa aus einem einzigen Weizenkorn? Waren es nicht viele Weizenkörner?“ Auf den Seiten des Neuen Testamentes, im Evangelium von den Taten und Worten Jesu, entdecken wir die Kunst des Liebens. Diese Kunst ist eine „Technik“, durch die wir das sein können, was wir sind, nämlich der in der Eucharistie gegenwärtige Leib des österlichen Christus. Schauen wir uns die ersten Schritte in dieser Kunst des Liebens an. Zuerst müssen wir lieben. „Gott hat uns zuerst geliebt« (1 Joh 4,19). Dann müssen wir alle lieben — nicht nur die Freunde, die Katholiken, Menschen, die uns sympathisch sind —, so wie Jesus, der sich hingegeben hat „als Lösegeld für viele“ (Mk 10,45). Drittens müssen wir mit Taten lieben, nicht allein mit Worten (vgl. 1 Joh 3,18), und zwar durch konkretes Dienen. Und wir müssen lieben, indem wir mit den anderen in allem, außer dem Bösen, eins sind. Wird uns dieser Schritt in der Kunst des Liebens nicht im Geheimnis der Eucharistie gelehrt? Das Wort, das Gott ist, ist Fleisch geworden aus dem Fleisch Mariens und hat dann, „da er die Seinen, die in der Welt waren, liebte, ihnen seine Liebe bis zur Vollendung erwiesen“ (Joh 13,1). Deshalb machte er sich zur Speise und zum Trank für uns. Er zeigt uns auf wunderbare Weise die Tiefe seiner Einheit mit uns. Und was tun wir, wenn wir die Eucharistie empfangen? Auch wir müssen mit jedem eins werden: „Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden“ (Röm 12,15; vgl. Phil 2,2). Hier zeigt sich, wie bedeutsam, ja notwendig der eucharistische Kult außerhalb der Messe ist. Um unsere christliche Identität zu finden, müssen wir erkennen, dass es eine eucharistische Identität ist. Das lernt man in der Anbetung, weil man durch die Anbetung die Dinge verwirklicht, und Verwirklichung ist das Leben der Religion (Kardinal Newman). Anbetung ist notwendig! Wir müssen unbedingt wieder zur Gottesliebe erwachen, die in uns und unter uns schläft; ja, wir müssen diese Liebe in uns, diese Liebe, die uns alle in einer neuen Menschlichkeit verbindet, neu wecken. Das ist eine wunderbare Frucht der eucharistischen Anbetung: dass wir alle uns als Glieder des einen Leibes Christi entdecken und dass wir damit die Quelle der Kunst des Liebens als Verpflichtung, als das wahre Abenteuer der Christen, entdecken. Und nicht nur das: In der Anbetung finden wir die Kraft zu lieben, wie es jener Kunst des Liebens entspricht. Mutter Teresa von Kalkutta sagte: »Wenn ich auf das Allerheiligste blicke, denke ich an die Armen; und wenn ich die Armen sehe, denke ich an das Allerheiligste.«
II. Die Eucharistie offenbart dem Menschen den Menschen Blaise Pascal sagte: „Der Mensch übersteigt den Menschen unendlich“. Das heißt, der Mensch wächst über sich selbst weit hinaus. Er spürt das Bedürfnis, über sich selbst hinauszuwachsen und auf einen anderen zuzugehen, der unermesslich größer ist als er. Was damit gemeint ist, trifft vielleicht die Formulierung des hl. Augustinus am besten: „Unruhig ist unser Herz bis es ruht in dir“. Auch die moderne Kultur anerkennt die Wahrheit von der Größe des Menschseins, obwohl sie oft die Existenz Gottes formell leugnet. Diese für die menschliche Person grundlegende Sehnsucht zeigt und unterstreicht eine Frage, die sich nicht verbergen lässt, weil sie aus dem menschlichen Herzen selbst kommt, nämlich die Frage: Wo und wie finden wir jenen Höchsten, jenen, der immer der Größere ist? Das ist die eigentliche Frage. Asienbesucher sehen häufig Völker, die religiöse Bilder auf ihre Weise verehren. Sie verneigen sich vor konkreten Darstellungen oder knien, wobei sie mit dem Kopf den Boden berühren. Und sie bringen kostbare Gaben dar. Diese Art religiöser Verehrung ist sicher Ausdruck des ekstatischen Dranges hin zu dem, der immer „der Größere“ ist. Und sie ist Ausdruck dieses grundlegenden Willens des Menschen, seine Abhängigkeit von einem anderen anzuerkennen. In dieser Sicht können wir den Sinn der Anbetung für den Menschen begreifen. Wie wir gesehen haben, hat Jesus „uns geliebt und sich für uns hingegeben als Gabe und als Opfer, das Gott gefällt“ (Eph 5,2). Der unsichtbare Sohn des unsichtbaren Vaters wird Mensch, und da er Mensch und sichtbar ist, bleibt er unter den eucharistischen Gestalten selbst ganz gegenwärtig. Das ist der Sinn der Anbetung: Ich erkenne vor mir das Geheimnis, das mich umgibt; ich beuge mein Knie vor der Heiligen Hostie, die das ganze Geheimnis Christi als mein Geheimnis enthält! „Du bist der, der du bist, und ich habe das Privileg zu leben, um das zu erkennen.“ Der irische Dichter Patrick Kavanagh hat geschrieben: „0 Christus, das ist es, was du gemacht hast: In einer Brotkrume ist das ganze Mysterium enthalten.“ Der hl. Pierre-Julien Eymard, Stifter des Ordens des Allerheiligsten Sakramentes, hat sein Leben gleichsam als eine unablässige Entdeckung der unendlichen Schätze in der Eucharistie verbracht. Von ihm stammt der berühmte Satz: „Unser Jahrhundert ist krank, weil man die Anbetung nicht mehr pflegte um ein wahrhaft menschliches Leben zu führen“ – das heißt ein Leben im Einklang damit, dass wir als Geschöpfe von einem anderen abhängig sind, der stets der Größere ist –, bedarf es unbedingt der Anbetung. Durch die Anbetung Jesu in der Eucharistie werden wir immer mehr zu dem, was wir sind!
III. Die Eucharistie ist Kundgabe der »relatio« Der Offenbarung gemäß ist der Mensch nach dem Abbild und Gleichnis Gottes geschaffen (Gen 1,26). Das heißt, der Mensch ist für Gott ein Du. Deshalb ist die Religion kein Anhängsel der menschlichen Natur, so als handle es sich um eine bloße Verzierung. Im Gegenteil: Der Mensch findet sich selbst nur in der großzügigen Selbsthingabe, das heißt, wenn er die Seinsweise der Beziehung, die zu seinem Menschsein gehört, auch wirklich lebt. Das ist bekanntlich die Lehre des Zweiten Vatikanischen Konzils in der Konstitution Gaudium et spes (Nr. 22), die im gesamten Lehramt Johannes Pauls II. nachdrücklich bekräftigt wurde. Im Neuen Testament wird diese Seinsweise der Beziehung unterstrichen. Gott wird als eine Dreiheit unendlicher Personen geoffenbart. Jede göttliche Person ist eine „relatio subistens“, eine für sich bestehende Bezogenheit. Die drei göttlichen Personen leben in einer ewigen „Perichorese“ (wörtl.: Durchdringung), in einem ewigen Liebesaustausch. Das erklärt, warum Jesus, als er die trinitarische Kultur auf die Erde und in die Geschichte einbringt, in den Mittelpunkt die Liebe zu Gott und zum Nächsten stellt (Mk 10,28—34). Das heißt, die „relatio“, die Beziehung, steht im Mittelpunkt des menschlichen Seins. Personsein heißt, zur Beziehung zu finden und aus der und für die Beziehung zu leben. Denn Jesus betet zum Vater und nimmt das Leiden auf sich, damit alle »eins seien, wie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir« (loh 17,22—23). Die eucharistische Anbetung in ihren verschiedenen Formen muss aus dieser Perspektive gesehen werden: Sie hilft dem Menschen in erstaunlicher Weise, zu dem zu werden, was er ist. Ja, der Kult, welcher der Eucharistie erwiesen wird, drängt den Menschen, die Beziehung zum Herrn im Sakrament, aber auch zu allen Brüdern zu leben. Er öffnet den Menschen immer mehr für die Gemeinschaft mit den anderen. Die Anbetung ist keineswegs eine Leugnung der individuellen Menschenwürde, vielmehr macht sie die wahre Größe des menschlichen Seins deutlich. Sie hebt hervor, dass ich nur dann ich selbst bin, wenn ich Beziehungen zu Gott und zu den anderen herstelle.
IV. Mit den Augen Marias Johannes Paul II. schreibt über die selige Jungfrau Maria, die „Frau der Eucharistie“, ein ganzes, beinahe rührendes Kapitel. Maria wird als „erster Tabernakel in der Geschichte“ beschrieben (vgl. Nr. 55). Und hier erhellt und vertieft der Papst eine reiche Parallele: „Es besteht eine tiefgehende Analogie zwischen dem Fiat, mit dem Maria auf die Worte des Engels geantwortet hat, und dem Amen, das jeder Gläubige spricht, wenn er den Leib des Herrn empfängt.“ Jeder Gläubige wird auf seine Weise auch zu einem Tabernakel Jesu. Wie wir wissen, „bewahrte Maria alles, was geschehen war, in ihrem Herzen“ (Lk 2,19; vgl. 2,51). Das ist eine Einladung an die ganze Kirche, die Hingabe des Gottessohnes an die Menschheit als Beweis der ewigen Liebe des dreifaltigen Gottes zur Menschheit (vgl. Joh 3,16; Röm 5,8; 8,32) immer mehr zu würdigen. Aber ist nicht eben das der Grund dafür, dass es den Kult der Eucharistie außerhalb der Messe gibt? Maria ist darin Vorbild für alle und jeden einzelnen. Angespornt von der in ihrem Schoß fleischgewordenen Liebe, geht Maria zu Elisabet, um der Cousine durch ihre Anwesenheit ihre Liebe zu bezeigen, und so beginnt die Glaubenspilgerschaft der Mutter Jesu, eine „via Mariae“, ein Weg Marias (Johannes Paul II., Rosarium Virginis Mariae, 24). Durch die Anbetung fühlen sich die Christen ihrerseits dazu angespornt, in Liebe auf die anderen zuzugehen (vgl. Eph 5,2), ihnen durch konkrete Taten der Liebe zu dienen und so für sie „lebendige Eucharistie“ zu werden. Thomas Norris |
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Anregungen zur Gestaltung der Heiligen Stunde Erste Viertelstunde: Anbetung Zweite Viertelstunde: Danksagung Dritte Viertelstunde: Sühne Vierte Viertelstunde: Bitte |
Unser Lebenssinn besteht in der Anbetung.
Ein anbetender Mensch ist schön, voll Harmonie; er ist ein Geschöpf,
wie Gott es gewollt hat. Das Anbeten führt uns ins Schweigen - und
das Schweigen ist die Voraussetzung für das Empfangen.
Die Anbetung und der geistliche Kampf Die Anbetung führt uns in die Weltverantwortung In der Anbetung treten wir in die ewige Bestimmung unseres
Seins ein Wer anbetet stellt für sich und andere die Heilsordnung
wieder her In der Anbetung trifft Gottes Licht die gottabgewandten Seiten
in uns. In der stillen Anbetung spricht Gott zu uns Die Liebe und die Wahrheit verwandeln die Welt Wir müssen evangelisierte Menschen sein, um evangelisieren
zu können. |