| Charismatische Erneuerung |
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Unsere Pfarrei
gehört zur Region Deggendorf-Straubing. |
Unsere Gemeinde wird
belebt von der Charismatischen Gemeindeerneuerung.![]() |
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| Die folgenden Darlegungen sind eine Zusammenfassung des amtlichen Grundlagendokumentes "Geistliche Gemeinde-Erneuerung. Grundentscheidung - Sakramente - Charismen", veröffentlicht in der Zeitschrift "Erneuerung in Kirche und Gesellschaft", Heft 22 (1985), Verlag Erneuerung, Scherfeder Str. 20, D-4790 Paderborn. Die in Klammern gesetzten Hinweise ohne Quellenangabe beziehen sich auf die Nummern dieses Dokumentes. |
| Die Situation der Kirche |
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Seit der Mitte unseres Jahrhunderts vollzieht sich ein
unaufhaltsamer, lautloser Auszug der Menschen aus den Kirchen. In vielen
Familien wird der Glaube nicht mehr an die nachfolgende Generation weitergegeben.
Man spricht von einem "Traditionsbruch", wie er nur selten in
der Geschichte vorkommt. In dieser Notsituation schenkt Gott auf vielfache
Weise Erneuerung aus der Kraft seines Heiligen Geistes: "Zahlreiche
Jugendliche und Erwachsene entdecken mehr und mehr, von der Gnade berührt,
das Antlitz Christi und verspüren die Notwendigkeit, sich ihm ganz
zu schenken" (Papst Paul VI., Apostolisches Schreiben über die
Evangelisierung in der Welt von heute, 44). So kommen nicht wenige im
Zusammenhang mit einer "ausdrücklicher personal vollzogenen
Glaubensentscheidung" zu einer "lebendigeren Gotteserfahrung"
(Zweites Vatikanisches Konzil, Pastoralkonstitution über die Kirche
in der Welt von heute, 7).
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| Geistliche Bewegungen |
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Die von Gott geschenkte
Erneuerung nimmt in verschiedenen geistlichen Strömungen, Bewegungen,
Initiativen konkrete Gestalt an. Die meisten sind bleibend vom Charisma
einer Gründerpersönlichkeit und von ihrer Entstehungsgeschichte
geprägt, wie etwa die Fokolar-Bewegung, die Bewegung für eine
bessere Welt, Cursillo, Neokatechumenat, die Gemeinschaft Christlichen
Lebens (GCL), die Taize ausgehenden Impulse, verschiedene marianisch geprägte
Bewegungen (Schönstatt-Bewegung, Legio Mariä usw.), die von
Nordamerika ausgehende neupfingstlerische "Charismatische Erneuerung".
Einige dieser Bewegungen verstehen sich als offene katechumenale Gemeinschaften,
andere kennen einen ausdrücklichen Bindungsakt an die jeweilige Gemeinschaft
und deren Spiritualität (Nr. 248-283). Diese geistlichen Bewegungen
stehen nicht in Konkurrenz zueinander, sondern ergänzen sich wie
die Glieder eines Leibes. Je mehr die in ihnen wirksamen Erfahrungen der
urchristlichen Grunderfahrung entsprechen desto durchlässiger sind
sie füreinander. Geistliche Gemeinde-Erneuerung sieht indem, was
ihnen gemeinsam ist, einen Fingerzeig für die Zukunft der Kirche
(vgl. Nr. 2):
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| Geistliche Gemeinde Erneuerung |
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Seit etwa 1972 bildeten sich im gesamten deutschen Sprachraum
spontan, zum Teil unabhängig voneinander und häufig ohne direkten
Kontakt mit schon bestehenden kirchlichen Erneuerungsbewegungen, Gebets-
und Gemeindegruppen: Gläubige aller Altersstufen, Verheiratete und
Unverheiratete, Laien, Ordensleute und Priester fanden sich zusammen,
um das Wort Gottes zu hören, miteinander zu beten und geistliche
Erfahrungen auszutauschen. Dieser geistliche Aufbruch führte zu einer
eigenständigen Entwicklung, in den vielfältige geistliche Impulse
eingeflossen und zu einem Ganzen verschmolzen sind: die durch Papst Johannes
XXIII. geweckte Erwartung eines "neuen Pfingsten", die Aussagen
des Zweiten Vatikanischen Konzils über Charismen, der weltweite Aufbruch
von Geistesgaben, die Wiederentdeckung des Firmsakramentes, das "
die Pfingstgnade in der Kirche auf eine gewisse Weise fortdauern läßt",
geistliche Erfahrungen in Exerzitien, die Schriften der großen Meister
des geistlichen Lebens (Johannes vom Kreuz, Theresia von Avila, Thomas
von Kempen, Franz von Sales u. a.), das apostolische Schreiben Papst Pauls
VI. über die Evangelisierung, die "Feier der Eingliederung Erwachsener
in die Kirche nach dem neuen Rituale Romanum", eine neue Erfahrung
von Gemeinde, in der vielfältige Geistgaben zusammenwirken (vgl.
Nr. 3). Maßgebend und wesentlich für Geistliche Gemeinde-Erneuerung
ist eine von der Gnade Gottes getragene Grundentscheidung, in der sich
der Mensch als ganzer in Freiheit Gott überantwortet und die sich
im Bekenntnis und in der gesamten Lebensorientierung äußert.
Sie führt zu einer bewußten und persönlichen Annahme des
sakramentalen Gnadenangebotes Gottes und der Gaben seines Heiligen Geistes
(Nr. 4).
Von Anfang an war der aufgetragene geistliche Impuls durchlässig für alle bestehenden Gruppierungen in der Kirche und vereinbar mit den religiösen Zielsetzungen und Organisationsformen aller kirchlichen Verbände. Geistliche Gemeinde-Erneuerung ist offen für die ganze Breite geistlicher Erfahrungen und Wege, für alle Kundgaben des Heiligen Geistes, wo immer sie sich zeigen: in den getrennten Kirchen, in den geistlichen Bewegungen in der Gesellschaft. Sie fand Eingang in Gemeinden mit sehr unterschiedlicher Prägung, in die verschiedenen Ordensgemeinschaften und auch in geistliche Bewegungen. Gemeinde muß nach innen und außen hin offen sein und darf keiner Gruppe zugestehen, das Leben der Gemeinde ausschließlich nach ihren Vorstellungen zu gestalten (Nr. 8). Geistliche Gemeinde-Erneuerung ist keine partikuläre, spirituell geprägte "Bewegung" in der Kirche (Nr. 4, 248-251). Die sich bildeten Gruppen verstehen sich als "Verwirklichung von Gemeinde", auch wenn sie sich zunächst außerhalb bestehender Gemeinden bilden. Von zentraler Bedeutung ist deshalb der Unterschied zwischen der Gemeinde im eigentlichen Sinn des Wortes und den vielfältigen Formen der Verwirklichung von Gemeinde in Gruppen, Hauskreisen, geistlichen Gemeinschaften und Bewegungen (Nr. 9). "Geistliche Gemeinde-Erneuerung in der katholischen Kirche" ist eine Verdeutlichung der seit 1974 gewählten Bezeichnung "Katholische charismatische Gemeinde-Erneuerung" (Nr. 6). Das Wort "geistlich" ist bezogen auf alle Gnadenwirkungen des Heiligen Geistes in der Kirche, nicht nur auf die Charismen, sondern auch auf das Wort Gottes, die Sakramente und das Amt sowie auf den Glauben als Antwort der Liebe auf die Zuwendung Gottes und die gesamte Lebensführung des Christen (Nr. 7, 36-46, 288ff.). |
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| Gottes Zuwendung |
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Viele Menschen sehen auch
heute noch in Gott lediglich ein allmächtiges und allwissendes "höchstes
Wesen", das den Menschen lediglich von außen her mißtrauisch
beobachtet, ihm willkürlich Gebote und Grenzen setzt und über
deren Einhaltung wacht. Mißtrauen gegen Gott und Angst vor den Konsequenzen
einer Hingabe an ihm sind die Folgen. Das tiefste Wesen des biblischen
Gottes ist seine sich verschenkende Güte, die sich im Kreuzestod
Jesu als das "Törichte" und "Schwache" an Gott
geoffenbart hat (vgl 1 Kor 1,25):
In Schwachheit hat der ewige Sohn Gottes selbst ein für allemal die Abwendung der Menschheit von Gott überwunden und stellvertretend das vollbracht, was wir aus eigener Kraft niemals erreichen können: unsere Umkehr zu Gott und die Versöhnung mit ihm. In Jesus Christus hat Gott ein für allemal gezeigt, daß er danach verlangt, sich an uns zu verschenken, um uns zu befreien. Er will uns nicht besitzen und ausnutzen. Er hat in Jesus Christus Unterdrückung, Feindschaft und Haß, unsere negativen Lebenserfahrungen, ja, sogar unseren Tod auf sich genommen (vgl Nr. 16-19). Von dieser Liebe Gottes angezogen, beginnen viele zu ahnen, was es bedeutet, zu ihm umzukehren und ihm persönlich zu begegnen. Sie sehen sich in der Situation des "Sohnes", dessen Rückkehr der Vater mit der Sehnsucht erwartet (Lk 15,20). |
| Grundentscheidung für Gott und die Kirche |
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Wer als kleines Kind durch die Taufe in die Kirche eingegliedert
wurde, dem hat Gott ein für allemal das Angebot zur konkret-leibhaften
Begegnung gemacht. Wenn die Entscheidungssituation herangereift ist -
manchmal durch schwere Lebenserfahrungen hindurch - , weiß der Mensch
sich gerufen dieses Angebot Gottes auch ausdrücklich anzunehmen:
Jeder Christ sollte sich wenigstens einmal im Leben klar und bewußt
für Gott und die Kirche entscheiden (Nr. 20-23). Eine solche Grundentscheidung
hat die Tiefe und den Ernst der Taufentscheidung bei der Erwachsenentaufe.
Sie ergibt sich nicht gleichsam von selbst aus dem Prozeß des Mitlebens
mit anderen Christen und ist auch nicht lediglich die Summe vieler kleiner
Glaubensschritte, sondern ein davon unterschiedener Grundakt des Vertrauens.
In ihm widersagt der Mensch dem Bösen und stellt sein vergangenes
, gegenwärtiges und zukünftiges Leben bewußt unter die
Herrschaft Gottes. Dieser Glaubensschritt führt zu einem fruchtbaren
Empfang der Sakramente und zur Annahme der Geistesgaben. Er ist zugleich
der Beginn einer vertieften und lebenslangen Begegnung mit Gott (Nr. 29-31,
53, 126-129).
In der Regel bereiten die einzelnen sich längere Zeit hindurch auf diesen Schritt vor, etwa durch ein Katechumenat für Getaufte (Glaubensseminare, Gemeindemissionen, Exerzitien; vgl. Nr. 131f.). |
| Umkehrliturgie |
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Zu den Grundimpulsen der
Geistliche Gemeinde-Erneuerung gehört die Rückgewinnung der
Ausdrücklichkeit und Leibhaftigkeit der Antwort des Menschen auf
das Gnadenangebot Gottes (vgl. Nr. 27, 65, 84, 136, 149). Im "Gotteslob"
Nr. 41 heißt es: "Der Mensch ist eine Einheit von Leib und
Seele...Die Äußerung des Inneren ist daher für den Menschen
keine Veräußerlichung... Der Verlust leibhaften Ausdrucks oder
der Verzicht darauf sind nicht Verinnerlichung, sondern Gefährdung
der Frömmigkeit...."Eine Verleiblichung der Frömmigkeit
bleibt "nicht ohne Rückwirkung auf unseren inneren Mitvollzug.
Manches wird uns innerlich gar nicht ganz zu eigen, wenn wir es nicht
auch äußern". Die für die Wirksamkeit des Handelns
Gottes notwendige Antwort des Menschen kommt bei der Taufe Erwachsener
zum Ausdruck im Ja-Worte des Täuflings und in der Handauflegung des
Paten. Deshalb ist es angemessen, wenn die Taufentscheidung des getauften
Erwachsenen in einer ähnlichen Weise zum Ausdruck kommt: Im Ja-Wort
steht die persönliche Beziehung des Menschen zu Gott im Vordergrund,
"Das Auflegen oder Ausbreiten der Hände bei der Segnung von
Personen bringt die Bitte um den Segen Gottes über sie und die Mitteilung
des Segens durch die Kirche besonders stark zum Ausdruck" (Benedictionale;
vgl. Nr. 134-140). Dieser Schritt kann vollzogen werden im Zusammenhang
mit der Feier der Sakramente, innerhalb der Eucharistiefeier vor der Gabenbereitung
und nach der Kommunion, oder im Rahmen einer eucharistischen Anbetung.
Er kann aber auch geschehen in der "Hauskirche", im Rahmen eines
seelsorglichen Gespräches oder wo immer zwei oder drei im Namen Jesu
versammelt sind (vgl. Mt 18,20).
Durch einen solchen Schritt wird der Christ nicht Mitglied einer neuen geistlichen Gemeinschaft oder "Bewegung", sondern intensiver in die Gemeinde oder geistliche Gemeinschaft eingegliedert, in der er lebt. In ihm zeigt sich die innere Weite der Geistlichen Gemeinde-Erneuerung: das Konkreteste des christlichen Glaubens (persönliche Hingabe an Gott in Anwesenheit der Mitglaubenden) ist zugleich das Allgemeinste (vgl. Nr. 137, 285). Die Umkehrliturgie für Getaufte hat drei Aspekte:
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| Erfahrungen des Geistes in der Kirche |
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Geistliche Gemeinde-Erneuerung ist ihrem Ursprung nach nicht Ergebnis menschlicher Reformbemühungen und Planungen, sondern erwächst aus der Offenheit für die Zuwendung Gottes zum einzelnen und zur ganzen Kirche (vgl. Nr. 3, 206). Das kirchliche Lehramt bezeugt, dass Gott durch seine zuvorkommende und erweckende Gnade das Herz eines jeden Menschen berührt und so zu freien Entscheidung für ihn und seine Kirche befähigt (Nr. 20ff.). Wann und wie dies geschieht, hängt ab von Charakter, Erlebnistyp, Erwartungshaltungen, willentlichen Einstellungen, Lebensgeschichte des einzelnen und letztlich vom freien Gnadenhandeln Gottes (vgl. Nr. 85, 147). Viele bezeugen dankbar, daß ihnen im Zusammenhang mit einem leibhaften Glaubensschritt, etwa in der Umkehrliturgie, eine neue und intensivere Wahrnehmung der Zuwendung Gottes geschenkt wurde (Nr. 148-151). Sie wissen sich von Gott persönlich angenommen und geliebt, so daß in der Mitte ihres Wesens eine tiefe Liebe zu Christus und seiner Kirche, Anbetung, Dank und Lobpreis aufbrechen. Das Wort der Schrift erschließt sich ihnen neu. Sie werden offener für die Freuden und Nöten anderer. Ihre zwischenmenschlichen Beziehungen in Familie, Beruf und Gemeinde verändern sich, und oft erwachsen von innen her neue Motivationen zu einem tätigen Einsatz in Kirche und Gesellschaft (vgl. Nr. 1, 149). So erwächst christliche Geist-Erfahrung aus
einem vielgestaltigen Lebensprozeß,
Solche Geist-Erfahrung kann hin und wieder auch den Charakter eines ganzheitlichen Erlebnisses annehmen, das dem der Erwachsenentaufe ähnlich ist und durch das der Heilige Geist die menschliche Erlebnisfähigkeit auf Jesus Christus und den tätigen Einsatz in Kirche und Gesellschaft ausrichtet (vgl. Nr. 21, 55-59, 67, 149). Eine "Verchristlichung der Gefühle" (vgl. Nr. 96ff.) ist zugleich auch ein unersetzlicher Impuls zu der heute so notwendigen Friedenserziehung (Nr. 185, 193). |
| Geistesgaben (Charismen) |
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"Charisma" (wörtlich:
besondere Gnadengabe) bezeichnet eine aus der Gnade Gottes erfließende,
jeweils vom Geist besonders zugeteilte Befähigung zum Leben und Dienen
in Kirche und Gesellschaft. Häufig entsprechen den Charismen natürliche
Fähigkeiten des Menschen, die vom Heiligen Geist geläutert,
entfaltet und in Dienst genommen werden. Charismen sind aus ihnen aber
nicht ableitbar, sondern entspringen der freien Gnadenwahl Gottes. Sie
sind letztlich so zahlreich und verschieden wie die Menschen selbst: Keiner
vereinigt in sich die Fülle aller Gaben, keiner hat die gleichen
Gaben wie andere (Nr. 40, 155). In dem Grundlagendokument "Geistliche
Gemeinde-Erneuerung" werden im einzelnen folgende Charismen beschrieben:
Gaben der Weisheit, der Erkenntnis, des Glaubens, des Gebetes, prophetische
Gaben, Gaben der Heilung, Gaben für die Gesellschaft, Gabe der Lehre,
der Unterscheidung, der Leitung, Gaben für die Ehe und für ein
eheloses Leben (Nr. 163-194). Geistliche Gemeinde-Erneuerung versteht
sich als Weg zu lebendigen Gemeinden, in denen vielfältige Geistgaben
zusammenwirken, und ist für Gaben der Anbetung ebenso offen wie für
Gaben, die zum politischen und gesellschaftlichen Handeln befähigen
(vgl. Nr. 284). |
| Gottesdienst |
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Angesichts des ständig nachlassenden Gottesdienstbesuches
ist die Erneuerung des Gottesdienstes ein besonderes Geschenk des geschichtlich
handelnden Gottes. Im Wortgottesdienst, zu dem "jeder etwas beiträgt"
(1 Kor 14, 26), wird Kirche als lebendiger Leib Christi erfahren. In frei
formulierten persönlichen Gebeten bringt der einzelne Anbetung, Lobpreis
und Fürbitte vor Gott. Durch eine entsprechend vorbereitete Auslegung
des Wortes Gottes lernen alle, die Bibel in neuer Weise zu lesen, aus
ihr heraus zu beten und zu leben. Die aus der Stille geborenen Beiträge
sind Antwort auf das Wort Gottes. Die Anwesenden lassen einander an ihrem
persönlichen Verhältnis zu Gott teilnehmen und erfahren so in
oft überraschender Weise die verändernde Kraft geistlicher Gemeinschaft
und sozialer Gotteserfahrung. In solchen Wortgottesdiensten werden auch
Geistesgaben lebendig, die zum Leben einer neutestamentlichen Gemeinde
gehörten, im Laufe der Geschichte aber in den Hintergrund getreten
sind, wie Prophetengabe, Sprachengabe, Heilungsgaben. Auch wird die Vielfalt
der in der Bibel und der kirchlichen Tradition bezeugten Gebetsgebärden
neu entdeckt. Das Glaubenzeugnis voreinander befähigt den einzelnen
und die ganze Versammlung zur Evangelisierung in einer dem Christentum
indifferent oder feindlich gegenüberstehenden Umwelt. Der erneuerte
Wortgottesdienst führt zu einer vertieften Feier des eucharistischen
Geheimnisses (vgl. Nr. 198-205).
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| Strukturen |
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Geistliche Gemeinde-Erneuerung hat
keinen Gründer, ist nicht von einer besonderen Spiritualität
geprägt und kennt keine entsprechenden Bindungsakte an die Gemeinschaft.
Sie ist deshalb keine partikuläre "Bewegung" in der Kirche,
sondern möchte beitragen zur Verlebendigung der gemeinsamen Spiritualität
der ganzen Kirche (vgl. Nr. 4, 6). |
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CE`ler 2000 |